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Wiesenhof
Blum Jens

Rohrstraße 40
6973 Höchst
+43 5578 74 201

Jens Blum Hält Einen Korb Voller Ländle Äpfel In Der Hand, Im Hintergrund Ist Seine Apfelplantage Zu Sehen

Pionier des Vorarlberger Obstbaus

Seit Jahrzehnten prägt Jens Blum den heimischen Obstbau – als Landwirt, Unternehmer und Mitgestalter der Marke „Ländle Apfel“. Seine Leidenschaft für die Landwirtschaft ist bis heute ungebrochen. Gleichzeitig gibt er sein Wissen in seinem Ausbildungs-, Praktikums- und Exkursionsbetrieb gerne weiter und zeigt, was alles hinter einem „Ländle Apfel“ steckt.

Wer von Höchst Richtung Rohrspitz fährt, taucht in eine der schönsten Landschaften Vorarlbergs ein. Entlang der kleinen Straßen zwitschern die Vögel, Radfahrer genießen die Ruhe der Natur und zwischen den weitläufigen Feldern weisen Schilder den Weg zum Wiesenhof. Schon von Weitem ist der markante Turm des Wohnhauses zu erkennen – neben den Obstbäumen ein besonderes Wahrzeichen des größten Apfelproduzenten im Ländle. Doch nicht nur die schöne Landschaft macht diesen Ort besonders: Die fruchtbaren Schwemmböden und das günstige Klima bieten beste Voraussetzungen für den Obstanbau. Das wusste bereits Jens Blums Vater, Josef, der einen Textilbetrieb führte und im Nebenerwerb Äpfel anbaute. Unter anderem das Interesse seines Sohnes war der Grund, den Obstbaubetrieb aus dem Ortszentrum von Höchst an den heutigen Standort zu verlegen. Für Jens Blum gehörte der Obstbau von klein auf zu seinem Alltag. Er wusste schon früh, dass er den Betrieb weiterführen und ausbauen wollte. Deshalb absolvierte er die fünfjährige Ausbildung an der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg und schloss anschließend die Fachlehre in Wien ab. Als jüngstes von drei Kindern war er schließlich derjenige, der den elterlichen Betrieb übernahm. „Der Jüngste wurde der Älteste“, sagt er mit einem Lächeln. Die Übergabe des Hofes verlief Schritt für Schritt und auch weitgehend reibungslos. „Kleine Generationenprobleme gibt es immer, aber ich hatte recht viel Freiheit und Unterstützung – das war sehr gut“, erinnert sich Jens Blum zurück. Anfang der 1990er-Jahre übernahm er den Hof vollständig. Seitdem hat sich vieles verändert. Mit dem Neubau einer Lager- und Produktionshalle wurden die Arbeitsabläufe erleichtert. Nach dem Totalausfall der Ernte im Jahr 2017 investierte der Betrieb außerdem in eine Frostberegnungsanlage. Diese schützt die Blüten mithilfe der beim Gefrieren entstehenden Wärme vor Frost – eine umweltschonende Methode, da das verwendete Grund- bzw. Bodenseewasser anschließend wieder im Boden versickern kann. Seine rund 17 Hektar Apfel-, Birnen- und Holunderplantagen sind zu 80 Prozent mit Hagelnetzen versehen. „Viel mehr kann man dann nicht mehr machen“, sagt der engagierte Produzent. Doch nicht nur die technischen Vorraussetzungen haben sich verändert, sondern auch die Vermarktung musste über die Jahre neu gedacht werden.

Der Beginn des Ländle Apfel

Die Familie Blum hat immer schon den Verkauf der Äpfel in den Handel fokussiert. Früher verteilten sich die Mengen noch auf viele verschiedene Groß- und Kleinhändler. Verkauft wurde vor allem im Herbst – oft waren die Lager bereits im November leer. Heute reicht die Vermarktung vielfach bis in den Februar, im Handel über SPAR, während gleichzeitig die Direktvermarktung am Hof an Bedeutung gewonnen hat. Ein Wendepunkt war der EU-Beitritt Österreichs 1995. Viele Landwirtinnen und Lanwirte blickten der Marktöffnung mit Sorge entgegen. Auch Jens Blum stand aus landwirtschaftlicher Sicht dem Beitritt kritisch gegenüber. Förderstrukturen veränderten sich, der Konkurrenzdruck stieg und andere Bereiche und Länder profitierten durch mehr Fördergelder. „Wir haben gesagt: Wir müssen etwas machen, damit wir uns abheben können – wir brauchen eine Qualitätsmarke“, erinnert er sich an diese Zeit zurück. Vorerst unter dem Namen „Vorarlberger Äpfel vom Bodensee“ begannen die ARGE Erwerbsobstbauern gemeinsam mit Edi Lex, dem damaligen Leiter der Abteilung Obst und Garten der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, ihre Äpfel zu vermarkten. Um 1997 entstand schließlich die Marke „Ländle Apfel“. „Wir sind an Bahnhöfen und in Fußgängerzonen gestanden und haben dort unsere Äpfel beworben. Unser Budget war minimal.“ Die Aktion ist bei den Leuten damals gut angekommen, und so konnte über die Jahre die Marke für Qualität und Regionalität etabliert werden. Später übernahm das Ländle Marketing die Marke.
Werbesports, Interviews, Printkampagnen, die Herbstmesse und die Zusammenarbeit mit SPAR führten zu immer mehr Bekanntheit und Vertrauen in den Ländle Apfel.
„Wir haben einen hohen Bekanntheitsgrad. Umso wichtiger sind eine konstant hohe Qualität und eine gute Produktion. Wir haben tolle Konsumentinnen und Konsumenten in Vorarlberg, die das schätzen und uns vertrauen.“ Jedoch kann man sich nicht nur auf der Qualität der Äpfel ausruhen. Sorten müssen immer mehr können, die Obstproduzenten werden weniger und die Vermarktung muss an den Zeitgeist angepasst werden.

Elstar, damals wie heute Nummer eins

Eine Apfelsorte, die besonders gut schmeckt und auch in der Produktion sehr standhaft ist, ist nach wie vor der Elstar. Er stellt bis heute die wichtigste Sorte am Wiesenhof dar und ist seit Jahren der Favorit bei den Konsument:innen. „Zum Glück, denn der Apfelanbau ist kein schnelllebiges Geschäft. Da sind 15 Jahre nicht viel, wir denken immer in langfristigen Abschnitten.“ Dennoch hat es über die letzten Jahrzehnte Veränderungen gegeben. In den Anfängen gab es die Massensorten Gloster und Idared, die aber geschmacklich nicht überzeugen konnten. Die Sorte Jonagold ist rückläufig, darum wurde Topaz angebaut. Die Sorte Boskoop feiert wieder ein Comeback, davon werden wieder mehr am Wiesenhof angebaut. Doch Krankheiten, Temperatur- und Wetterschwankungen fordern immer mehr Robustheit der Sorten im Anbau. Deshalb testet Jens Blum auch regelmäßig neue Sorten. Besonders überzeugt hat ihn eine Züchtung mit der Bezeichnung WUR 29, die inzwischen unter dem Namen „Bloss“ vermarktet wird. Nachdem er die Sorte bei Kollegen verkostet hatte, pflanzte er vor sechs Jahren zunächst 300 Bäume als Versuch. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten blieb er dran. Neue Sorten anzubauen, bedeutet immer, sich Schritt für Schritt heranzutasten. Heute schätzt er ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schorf und Mehltau, ebenso wie ihren ausgezeichneten Geschmack, der auch bei den Konsument:innen ein Volltreffer ist.

Dennoch sieht der Apfelproduzent die Entwicklung im Obstbau kritisch. Viele Züchtungen werden heute privat vermarktet, Lizenzgebühren steigen und die Betriebe geraten zunehmend in Abhängigkeiten. „Züchtung sollte für die Öffentlichkeit frei sein“, ist Blum überzeugt. Auch von der Gentechnik hält er Abstand: „Die Natur besitzt eine unglaublich hohe Intelligenz. Wir wissen im Vergleich dazu noch so wenig. Deshalb sollte man hier nicht eingreifen. Es entstehen Veränderungen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.“
Eine ständige Herausforderung bleibt zudem der „Feuerbrand“. Das Bakterium kann insbesondere während der Blütezeit große Schäden verursachen. Manche Sorten müssen deshalb wieder gerodet werden. Für Blum gehört auch das zur Realität der Landwirtschaft: „Das ist Natur.“

Mit Zuversicht in die Zukunft

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden schwieriger. Produktionskosten steigen, Anbauflächen werden knapper und immer weniger Menschen entscheiden sich für den Obstbau. Trotzdem blickt Jens Blum optimistisch nach vorne. Er ist überzeugt, dass Regionalität künftig weiter an Bedeutung gewinnen wird. Gerade junge Konsumentinnen und Konsumenten achten zunehmend darauf, wo und wie ihre Lebensmittel produziert werden.
Deshalb öffnet der Wiesenhof regelmäßig seine Türen für Besuchergruppen, Schulklassen und Interessierte. Blum möchte wieder Bezug zur Landwirtschaft schaffen. Wer die Obstgärten selbst sieht, entwickelt oft ein neues Verständnis für die alltäglichen Lebensmittel. Auch persönlich denkt Blum noch nicht ans Aufhören. Seine Tochter studiert derzeit Wirtschaftsrecht, ob sie den Betrieb einmal übernimmt, ist noch offen. Bis zu seiner Pension möchte er den Wiesenhof jedenfalls weiterführen und vielleicht den Hofverkauf noch um Zwetschken erweitern. Der Apfel wird jedoch das Herzstück des Betriebes bleiben.
Wenn er keinen Hof übernommen hätte, wäre Jens Blum vermutlich in der Pflanzenphysiologie oder Mikrobiologie gelandet. Die Natur hätte ihn aber auch dort nicht losgelassen. Heute verbindet er beides: wissenschaftliches Interesse und praktische Landwirtschaft. Für ihn ist der Obstbau weit mehr als ein Beruf. Er ist eine Lebensaufgabe – geprägt von Erfahrung, Innovationsgeist und der Überzeugung, dass Qualität, Regionalität und Vertrauen die wichtigsten Zutaten für einen erfolgreichen Ländle Apfel bleiben.

Produkte

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Verkauf

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Ab September bis ca. April täglich unter der Woche.

Außerhalb dieser Monate nach telefonischer Vereinbarung.

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