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Ansicht Der Verpackten Bergkäsestücke Mit Franz Michael Felder Etikett.

Wie Franz Michael Felder zum Namensgeber für Käse wurde

Ansicht Der Verpackten Bergkäsestücke Mit Franz Michael Felder Etikett.

In Schoppernau befindet sich die kleinste Ganzjahressennerei Vorarlbergs. Um mit den Großen der Branche mitzuhalten, setzt die Genossenschaft auf dörfliche Strukturen, verbunden mit einem hochmodernen Betrieb. Auch in der Vermarktung geht man neue Wege. Und setzt dabei auf einen berühmten Vorfahren.

Einst ist die Wälder Musikgruppe HMBC „Vo Mello bis ge Schoppornou“ gloufa. Und dort, mitten im Ortszentrum von Schoppernau, steht seit dem Jahr 2002 die kleinste ganzjährig betriebene Sennerei Vorarlbergs. Betriebsleiter und Meistersenn Günther Muxel verarbeitet dort jährlich 1,4 Millionen Kilogramm Milch, was umgerechnet für 17 Laibe Bergkäse pro Tag reicht. Wer am frühen Vormittag in den angrenzenden Laden kommt, kann ihm sogar bei der Arbeit zuschauen. Denn durch eine riesige Glaswand blickt man direkt in die Käserei hinein. Diese Transparenz ist bewusst gewählt, denn als es zu Beginn dieses Jahrtausends zum Zusammenschluss der beiden Sennereien Oberdorf und Unterdorf kam, war es den Genossenschaftern ein Anliegen, möglichst offen und zugänglich zu arbeiten. Schließlich hat man in dem kleinen Wälderdorf, das nicht einmal tausend Einwohner zählt, nichts zu verheimlichen. Vor allem was den Käse betrifft. „Wir waren damit in der Tat so etwas wie die Vorreiter in Sachen Schaukäserei“, hat Muxel in über 40 Berufsjahren viele Entwicklungen mitgemacht. So war die Zahl der bäuerlichen Zulieferbetriebe damals gut doppelt so hoch, die Milchleistung der Kühe jedoch wesentlich niedriger.

Ein Bauer führt drei Kannen Milch in einer Handkarre zur Bergkäserei Schoppernau für die weitere Verarbeitung.

Milch kommt von 23 Landwirt:innen

Nunmehr sind es 22 bäuerliche Betriebe aus dem Ort – nur einer kommt aus dem Nachbardorf Au –, die in der Hochsaison zweimal täglich ihre Milch abliefern. Statt anonym in einem großen Milchtanker bringen die Landwirt:innen sie noch persönlich in Kannen vorbei. „Zum Teil sogar mit dem Handwagen“, ergänzt der 56-jährige Schoppernauer. Früher war das Käsemachen vorwiegend ein Saisongeschäft. „Die Milchmenge ist bei weitem nicht mehr so schwankend, obwohl es natürlich schon Spitzen gibt. Aber 5100 bis 5300 Liter sind es immer pro Tag, die wir verarbeiten.“ Außer in den Sommermonaten, wenn 90 Prozent der Kühe auf den Alpen sind. Da wird nur einmal am Tag geliefert und jeden zweiten Tag produziert. Bereits um 5.20 Uhr steht Günther Muxel, der Sommer wie Winter mit dem Rad zur Arbeit fährt, in der Sennerei, um mit den Vorbereitungen zu beginnen. Der Betrieb selbst ist hochmodern ausgestattet und verfügt auch über einen eigenen Käsekeller, in dem bis zu 5000 Laibe gelagert werden können. „Insgesamt sind wir zu dritt in der Produktion, seit Herbst ist auch ein Lehrling – der erste im Betrieb – dabei.“ Zwischen 6.45 und 7.30 Uhr ist Lieferzeit, am restlichen Vormittag werden Käse und als Zusatz auch Butter und Topfen erzeugt. Die zweite Milchtranche trifft am Abend zwischen 18.30 und 19.00 Uhr ein.

So klein Schoppernau auch ist, die Gemeinde hat doch auch große Söhne hervorgebracht. Da wäre – was die Gegenwart betrifft – beispielsweise Philipp Lingg, jener Musiker, der beim anfangs erwähnten berühmten HMBC-Song federführend mitgewirkt hat. Und dann wäre da noch der Bauer, Schriftsteller und Sozialreformer Franz Michael Felder, dessen Name auch 157 Jahre nach seinem Tod sehr vielen geläufig ist und dem sogar ein eigenes Archiv in der Vorarlberger Landesbibliothek gewidmet ist. Weniger bekannt ist, dass F. M. Felder so etwas wie der erste Käserebell im Land war. Um das in den 1860er-Jahren herrschende Monopol des „Käsegrafen“ Gallus Moosbrugger aus Schnepfau zu brechen, gründete Felder einen Käsehandlungsverein. Ein Pionier für die heutigen Genossenschaften.

Wir waren damit in der Tat so etwas wie die Vorreiter in Sachen Schaukäserei

Günther Muxel

Die Käse haben Namen

Wer im Regal zur 14 Monate gereiften Special Edition oder zum zehn Monate gereiften Bergkäse greift, findet auf dem Etikett Felders Konterfei. Die Sennerei Schoppernau würdigt damit ihren großen Sohn und macht ihn – mit dem Einverständnis seiner Nachfahren – zur Marke. Eine Spezialität des Hauses ist etwa der F. M. Sonderling, wie auch Felder zu seiner Zeit einer war. Und tatsächlich handelt es sich auch beim Käse-Sonderling um solch einen: „Er ist ein echtes Unikat. Ein Sauerkäse, der aus Rohmilch hergestellt wird“, erklärt Meistersenn Günther Muxel den Hintergrund. Dafür gab es auch Gold beim Kasermandl-Wettbewerb 2024 in Wieselburg.

Mit der Felder-Linie hat man in der Kleinsennerei, die auch vom Tourismus im Bregenzerwald lebt, eine erfolgreiche Vermarktungsschiene entwickelt. Mittler-weile ist es nicht nur der bekannte Franz Michael, der die Käseverpackung ziert, sondern auch dessen Frau Nanni und die gemeinsamen Kinder Kaspar und Katharina. „Und die Verwandtschaft war ja noch viel größer, es sind also schon noch Namen verfügbar“, bekräftigt Franziska Nigsch, die sich in der Sennerei unter anderem um den Onlineshop kümmert. Gut ein Drittel des Verkaufes erfolgt über das Internet.

Senner Bernd Geiger steht im Produktionsraum der Bergkäserei Schoppernau und bereitet die Milch für die Käseproduktion vor.

Innovationen und Kooperationen

Um gegen wesentlich größere Betriebe bestehen zu können, braucht es neben höchster Produktqualität auch Innovation und Ideenreichtum. „Man muss immer am Ball bleiben“, bringt es Günther Muxel, den Käse schon als Kind auf der Alp fasziniert hat, auf den Punkt. Auch der steigenden Nachfrage nach kleineren Käseportionen im Endverbrauch wurde Rechnung getragen – durch eine Erweiterung der Käseschnittmaschine.

Der Genuss kommt in Schoppernau mit passenden Veranstaltungen nicht zu kurz. Hierzu besucht man den „Käse & Wein Genuss“ in der hauseigenen Weißtannstube oder wandert durch das Dorf bei der „Kulinarischen Reise ins Vorsäß“.
Genaue Infos und Termine dazu finden Sie auf der Website der Bergkäserei. Und selbst mit dem Weinviertel in Niederösterreich pflegt man zwecks Produktaustausch regen Kontakt. Den gab es – wie ein Blick in alte Geschäftsbücher beweist – schon vor über hundert Jahren und er wurde auf Initiative des Weinviertler Winzers Toni Honsig wiederbelebt und soll nun weiter ausgebaut werden. Wer weiß: Vielleicht singt ja Philipp Lingg irgendwann davon, dass er vo Schoppornou bis ins Weinviertel gloufa ist.

Veröffentlicht am 11.06.2026

Bergkäserei Schoppernau

Unterdorf 248
6886 Schoppernau
T 05515 30 151
E info@bergkaeserei.at
www.bergkaeserei.at

Verkauf

Produkte mit Ländle Gütesiegel:

  • F. M. Felder Käsefamilie (Bergkäse unterschiedlichen Reifegrads, Kräuterschatz, Reibekäse)
  • F. M. Felders Sonderling
  • Sennereibutter
  • Butterschmalz
  • Bauerntopfen

 

Weitere Produkte:

  • Ziegenfrischkäse
  • Wurstwaren
  • Schnäpse
  • Honig
  • Geschenksartikel
  • Molkepflegeprodukte

 

Direktvermarktung ab Hof

Sennereiladen: Mo – Sa 08:30 bis 11:30 Uhr
SB-Kühlschrank 24 h
Online-Shop: www.kaeseschwarz.at

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