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Gerold Keckeis Mit Tochter Auf Dem Feld (Foto: Weissengruber)

Pioniere des Dinkelanbaus

Gerold Keckeis Mit Tochter Auf Dem Feld (Foto: Weissengruber)

Als Buben durften Gerold Keckeis und seine Brüder auf dem Markt Mamas selbstgebackenes Dinkelbrot verkaufen, um ihr Taschengeld aufzubessern. Bis heute sind die Rankweiler dem Dinkelanbau treu geblieben.

Früher waren die drei Buben von Agathe Keckeis jede Woche auf dem „Rankler Wochenmarkt“ anzutreffen und haben ihre Produkte, die am eigenen Hof in Rankweil-Brederis angebaut wurden, feilgeboten. Mit dabei, das selbstgebackene Brot der Mama. Mittlerweile hat sich Agathe vom Marktgeschehen zurückgezogen. Nicht aber vom Hofleben. Gemeinsam mit ihrem Mann Josef greift sie schon mal tatkräftigen ihrem Sohn Gerold und dessen Frau Silvia unter die Arme. In zahlreichen Kalendern hat Agathe Keckeis alles über viele Jahre manifestiert. So weiß sie heute noch genau, was zu welcher Zeit gesät und geerntet wurde. „Ich habe alle Kalender aufgehoben und schreibe heute noch alles mit.“ Unter anderem hat sie auch notiert, wann mit dem Dinkelanbau begonnen wurde. Anno 1986 wird sie fündig.

Gerold Keckeis kontrolliert ein noch junges Dinkelfeld (Foto: Weissengruber)

Pioniere der Landwirtschaft

Seinerzeit waren die Eltern von Gerold Keckeis absolute Pioniere der Landwirtschaft. Nicht von wenigen wurden sie damals für ihren Dinkelanbau belächelt, da der Getreideanbau in Vorarlberg eher wenig verbreitet war und hauptsächlich die Milchviehhaltung im Vordergrund stand. Dinkel war bis in die 2000er-Jahre wenig salonfähig und erlebte erst im Zuge der Gesundheitsbewegung eine Renaissance. Wohl auch, weil er von Allergikern geschätzt wird. Doch Familie Keckeis wusste schon in den 1980er und 90er-Jahren um die Vorzüge des Getreides. Mamas selbst gebackenes Dinkelbrot schmeckte nicht nur den Kindern vorzüglich, sondern fand auch am Markt reißenden Absatz. Der Dinkel wurde selbst angebaut – fürs Mahlen wurde sogar eine eigene Mühle angeschafft. Was nicht gemahlen wurde, wurde als Dinkelkorn ab Hof verkauft. „Früher hat man alles selbst machen können“, blickt Agathe Keckeis gerne auf die alten Zeiten zurück. Immer wieder wurde etwas Neues ausprobiert – unter anderem auch der Grünspargelanbau, für den der Hof anno 1994 den vierten Platz beim Innovationspreis belegte. Der jahrzehntelange Anbau von Erdbeeren musste leider zugunsten der Frühkartoffeln aufgegeben werden, da es – wegen des gleichzeitigen Erntebeginns – arbeitstechnisch nicht mehr möglich war. Und dann gab es noch das Hobelkraut, das für die Firma Grabher produziert wurde. Lange Zeit das Hauptprodukt.

Ländle Dinkel für Nudelproduktion

Dem Dinkel ist man über die Jahre treu geblieben. Er wird nun hauptsächlich für die Nudelproduktion am Sennhof angebaut. Das Dinkelstroh wiederum wird für die Viehhaltung genutzt. Rund 100 Kühe und Rinder sowie ein paar Hühner leben am Hof, der 1962 als Aussiedlerhof in der Parzelle Osang vom Vater errichtet wurde. Gerold Keckeis hat sich ganz in die Materie hineingelebt. Er führt den landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Silvia im Vollerwerb und schwärmt von den Eigenschaften des Dinkels. „Die Kultivierung ist nicht so schwierig und außerdem ist Dinkel für den Boden sehr gut. Wichtig ist, dass man den Aufwuchs im Griff hat und den richtigen Zeitpunkt zum Ernten erwischt. Ansonsten treiben die Ähren aus“, weiß der Absolvent der Landwirtschaftsschule. Das Korn muss ideal für die Weiterverarbeitung sein. Die Größe kann dabei variieren. Das ist auch von den Wetterbedingungen abhängig. Entscheidende Qualitätsparameter sind der Kleberanteil (Gluten) und die Fallzahl, die für die Stärke steht. Ein moderner Dinkel erreicht eine Fallzahl von ca. 230 s. Doch dafür gibt es eigene Fachleute, die das genau beurteilen.

Die Familie Keckeis vor ihrem Hofladen (Foto: Weissengruber)

Selbstvermarktung ausgebaut

Im Fall von Gerold Keckeis werden diese Arbeiten vom Abnehmer übernommen. Er selbst kümmert sich ganz um den Anbau des mit dem Ländle Gütesiegel ausgezeichneten Dinkels auf 1,5 Hektar. Das ergibt etwa fünf bis sechs Tonnen „Material“. Die Familie Keckeis produziert außerdem noch Kartoffeln, Zwiebeln, gelbe und rote Rüben und setzt dabei zunehmend auf die Selbstvermarktung. Im kleinen SB-Laden neben dem Hof ist, je nach Jahreszeit, ein entsprechendes Angebot zu finden, das hauptsächlich aus Gemüse besteht. Aber auch Eier und Edelbrände ergänzen das Sortiment. Im Kühlschrank gibt es zudem Wurst und Käse. Im Allgemeinen ist Gerold Keckeis mit dem Istzustand sehr zufrieden: „Es geht mir nicht darum, zwingend weiterzuwachsen und zu vergrößern – alles soll im normalen Rahmen bleiben.“ Das Hauptaugenmerk liegt bei Familie Keckeis vielmehr darin, den Betrieb zu optimieren und Arbeitsabläufe zu verbessern. Der Rankweiler hat auch schon weitere Ideen: „Ideal wäre eine Lager-/Kühlmöglichkeit für die Kartoffeln wie beispielsweise ein befahrbarer Kühlraum.“ Und wenn er sich eines Tages einen anschafft, wird dies sicher im Kalender notiert.

Gerold Keckeis

6830 Rankwei
Riedstraße 2
T 05522/37257
keckeis.g@gmx.at

Produkte mit Ländle Gütesiegel

 

Weitere Produkte:

  • Kartoffeln
  • Zwiebeln
  • Gelbe und rote Rüben
  • saisonales Gemüse
  • Eier
  • Edelbrände

 

Verkauf direkt ab Hof, täglich 7 bis 20 Uhr

Ländle Dinkel auch bei Sennhof (Dinkelmehl, Dinkelnudeln)

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